Über das Projekt „Nachhaltige Sanitärversorgung – Bau von 15 Komposttoiletten in Metalio, El Salvador“
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Volkszählung von 2009 verfügen etwa 50 % der ländlichen Familien in El Salvador über keine angemessenen sanitären Einrichtungen und mehr als 25 % haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Laut einer aktuellen Studie des Ministeriums für Umwelt und natürliche Ressourcen sind 98 % der Flüsse in El Salvador nicht zum Trinken, zur Bewässerung oder für Freizeitaktivitäten geeignet. Dies ist teilweise auf fäkale Verunreinigung und chemische Abwässer zurückzuführen.
In Metalio, einer ländlichen Gemeinde im Kreis Sonsonate, El Salvador, ist ein Großteil der Bevölkerung nicht mit einer adäquaten Sanitärversorgung ausgestattet.
Durch das Fehlen von sanitären Anlagen haben die Menschen keine Möglichkeit, in einer privaten Atmosphäre ihre Notdurft zu verrichten. Fehlende Toiletten haben gesundheitliche Risiken zur Folge, wie zum Beispiel Magen-Darm-Infektionen. Das ständige „Krank sein“ führt zu finanziellen Engpässen innerhalb der Familien, denn Arbeitsausfälle sind vorprogrammiert. Ebenfalls ist der Schulbesuch der Kinder dadurch stark beeinträchtigt.
Ein weiteres Problem in der Region ist die Lage von Metalio: da der Ort nah an der Küste liegt, ist der Grundwasserspiegel relativ hoch. Installierte Sickergruben für die Sammlung von Abwasser haben zur Folge, dass sie überlaufen können und somit das vorhandene Grundwasser kontaminieren.
Eine Lösung dieser Probleme bieten Trocken-Trenn-Toiletten: Diese Toiletten sind ein in sich abgeschlossenes System: die Fäkalien werden oberirdisch in geschlossenen Behältern zersetzt. So kann Grundwasser nicht kontaminiert werden.
Gemeinsam mit ENLACE, der Gemeinde Metalio und unter Beteiligung der Bewohner wurde der Bedarf an sanitären Anlagen ermittelt. Man beschloss die ersten 15 Komposttoiletten für die Familien zu bauen, die diese am dringendsten nötig hatten.
Am Bau der sanitären Anlagen beteiligten sich die begünstigten Familien und weitere Gemeindemitglieder. Ebenfalls erhielten die Familien eine Schulung in der Nutzung und zur Wartung der Komposttoiletten. Diese Fähigkeiten tragen dazu bei, die sanitären Anlagen langfristig funktionsfähig zu halten.
Weitere Infos zum Projekt: Dokumentation zum Projekt (PDF/engl.)